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Was macht naive Kunst aus?

Mit naiver Malerei verbindet man vor allem den Künstler Henri-Julien-Félix Rousseau, genannt „Le Douanier“ (* 21. Mai 1844 in Laval; † 2. September 1910 in Paris), der als Autodidakt mit seinen paradiesischen Bildern große Berühmtheit erlangte.

Diese Kunstrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch die Individualität des Künstlers geprägt ist. Sie ist zumeist farbig, detailfreudig, und harmonisch. Es werden leuchtende, anti-naturalistische Farben bevorzugt. Der Verzicht auf Zentralperspektive gibt der Darstellung oftmals etwas plakatives.

Ich habe den Eindruck, dass der Begriff nachwievor negativ oder zumindest nicht positiv belegt ist. Für mich haben die erwähnten Merkmale aber keine negative Konnotation.
Das Adjektiv „naiv“ kommt aus dem Französischen und bedeutet u.a.„kindlich“, „ursprünglich“. Naivität wird also Kindern zugeschrieben. Aber während Naivität bei Kindern mit Unvoreingenommenheit und Unverfälschtheit assoziert wird, ist sie in Bezug auf Erwachsene negativ besetzt. Wenn man sagt, dass jemand naiv ist, meint man, dass derjenige geistig etwas eingeschränkt ist.
Wenn man aber das Augenmerk auf die „Ursprünglichkeit“ legt, die auch „Unvoreingenommenheit“ miteinbezieht, ergibt sich ein deutlich positiveres Bild.

In diesem Sinne bedeutet Naivität somit auch das Vermögen, einem Sachverhalt frei von Wissen neutral gegenüberzutreten. Immanuel Kant sagte einst über die Naivität, sie sei „eine edle oder schöne Einfalt, welche das Siegel der Natur auf sich trägt“ oder auch an anderer Stelle bezeichnete er sie als „Ausbruch der der Menschheit ursprünglichen Aufrichtigkeit wider die zur anderen Natur gewordenen Verstellungskunst“.